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"Gutmensch"

"Kirche ist für mich eine Gemeinschaft, die nach dem Guten lebt und auch danach strebt.“ (junge Frau, 18 Jahre)

Alle nicken zustimmend. Wir sitzen locker in der Runde und philosophieren über Gott, Glaube und das Leben. Sechs Jugendliche und ich. Und es ist spannend, den jungen Menschen zuzuhören. Ich stelle die Frage in den Raum: "Was ist Kirche eigentlich für dich?“ Und damit meine ich nicht das Gebäude, sondern das Christ sein.

Alle sind sich einig, dass Gläubige sozial und friedlich zusammen leben sollten. Sozusagen als Vorbild. Christ sein heisst auch für mich, dass das oberste Ziel im Leben das Gute sein sollte.

Nun, aber was ist das „Gute“? Es ist noch nicht lange her, da habe ich gelesen, dass sogenannte „Gutmenschen“ in unserer Gesellschaft keine Chance haben. Ellbogen und Egoismus lassen einen weiter kommen. Vielleicht ist es aber auch so gemeint, dass man sich selber nicht ganz aufgibt, sondern auch zu sich selber Sorge trägt.

Ich gehe 2000 Jahre zurück und frage mich, ob Jesus ein Gutmensch war. Christ sein, heisst doch füreinander da sein, einander die Hand reichen, in Frieden leben und keine Gewalt ausleben. Es ist so einfach, wenn wir das lesen und doch fällt es uns Menschen so schwer, nur schon in Frieden zu leben. Obwohl der Mensch sich nach einer friedlichen Welt sehnt.

Nach dem Guten streben, das haben wir alle in der Hand. Ich bin auch sicher, dass jeder von uns diesen Vorsatz hat, ein guter Mensch zu sein. Vielleicht gelingt es uns ja irgendwann einfach in Frieden zusammen zu leben.

Das heisst für mich ja nicht, dass ich jeden mögen muss. Aber wenn wir einander einfach so annehmen, wie wir sind, dann sollte uns der Weltfrieden doch gelingen, oder?

Irgendwo gibt es doch Krieg, sagen Sie? Dann gehen wir doch einfach nicht hin und machen nicht mit!

Ich wünsche Ihnen eine friedliche Sommerzeit.

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