Das SMS

 Ein falsch versendetes SMS, das versehentlich im Klassenchat gelandet ist, bescherte mir ein wundersames Erlebnis.

Es war früh am Morgen und ich war stinksauer. Leider hatte mein Stiefsohn sein Ämtli nicht gemacht. Auf dem Weg zur Arbeit sendete ich ihm ein SMS, in dem ich ihn darauf aufmerksam machte, dass er seine aufgetragene Aufgabe - wieder einmal- nicht erfüllt hatte.

Am Mittag schrieb mir ein Schüler ganz sanft, dass mir wohl ein Fehler unterlaufen sei. Im ersten Moment war es mir peinlich, im zweiten beschloss ich, ehrlich zu sein und erzählte ihnen mit kurzen Worten die Situation.

Und was dann passierte, war unglaublich.

Die Jugendlichen schrieben voller Verständnis und boten mir sogar ihre Hilfe an. Sie gaben mir Ratschläge, aus der Sicht eines Teenagers, was sehr hilfreich war. Ein Junge rief mich sogar an, um mich zu trösten und mir zu sagen: "Wir sind da für Sie!" Auf dem Pausenplatz löcherten sie mich mit Fragen, wie das Ganze jetzt ausgegangen war. Sie nahmen Anteil an meinem Leben, so wie ich es täglich an ihrem mache.

Ja, diese Klasse hatte anscheinend doch zugehört, wenn ihnen sagen wollte: "Christlichkeit fängt dort an, wo wir füreinander da sind. Seien wir Vorbilder"

Ja, diese jungen Menschen sind Vorbilder.

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